Hinweise zu Abschlussarbeiten
1. Thema
Wenn das Thema vorgegeben ist, grenzen Sie
es ein, wenn es sich als zu umfangreich erweist. Es bringt nichts, ein umfangreiches
Thema "flächendeckend", aber oberflächlich zu bearbeiten.
2. Gliederung
Beginnen Sie mit einer Stoffsammlung, einem
"brainstorming" in Form einer Liste von Stichworten von Themen und Ideen,
die Sie gerne behandeln möchten. Dann bringen Sie diese Stichworte
in eine Systematik. Am Anfang sollte die Fragestellung Ihrer Arbeit präzisiert
werden, am Ende sollte eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse stehen.
Gliedern Sie nicht zu flach und nicht zu tief! Die einzelnen Absätze
sollten nicht zu kurz sein (z.B. nur ein Satz), sondern einen Gedankengang
enthalten. Meistens ist es ausreichend, 2- oder dreistellig zu gliedern,
z.B.
1. Fragestellung
2. ...
2.1
2.2
2.3
3. ...
3.1
3.2
3.2.1
3.2.2
3. Zusammenfassung
4. Literaturverzeichnis
Für Hausarbeiten reicht häufig eine
einstellige Gliederung. Wenn Sie einen Gliederungspunkt, z.B. 3.1, beginnen,
müssen Sie auch mit 3.2 folgen, 3.1 ohne nachfolgenden Punkt 3.2 (oder
weitere) ist überflüssig. Beginnen Sie mit einer Grobgliederung,
die Sie dann möglichst nicht mehr verändern sollten. Die detaillierte
Untergliederung ändert sich häufig beim Schreiben.
5. Quellenangaben im Text
Sie müssen die Quellen Ihrer Gedanken
bzw. der angeführten Daten nennen, denn Sie wollen ja nicht fremdes
geistiges Eigentum als Ihr eigenes ausgeben. Am besten ist die folgende
Methode der Quellenangabe, die Sie dann im gesamten Text durchhalten müssen:
Im laufenden Text schreiben Sie z.B. :
... stieg das BIP in Deutschland
um 3,0% (Müller 1999, S. 23).
Im Literaturverzeichnis muß dann die
genaue Angabe zum zitierten Text stehen (vgl. Punkt 5 dieser Richtlinien).
Hat ein Autor mehrere Schriften aus dem gleichen Jahr, die Sie benutzt haben,
schreiben Sie: Müller 1999a bzw. Müller 1999b.
Beziehen sich die Datenangaben oder die Gedanken
in einer längeren Passage, z.B. in einem Absatz, ausschließlich
auf eine Quelle, dann reicht es, zu Beginn der Passage zu schreiben: ......
(die folgenden Angaben stammen aus Müller 1999b, S. 23 ff., oder: vgl.
Gerlach 1989, S. 234 ff.). Bei zentralen Angaben empfiehlt sich aber die
Angabe der genauen Fundstelle unmittelbar an der Textstelle. Sie können
natürlich auch in der Klammer
mehrere AutorInnen nennen.
Jede
Tabelle und jede
Grafik benötigt eine Quellenangabe
Zum Beispiel:
Abb. 1:
Titel ....
Grafik
Quelle: Meier 1998, S. 17, Statistisches Bundesamt 2000, S. 11
Quellen aus dem Internet:
Sie müssen die genaue Internet-Quellenangabe nennen, auch das Datum, so daß Ihre
Angabe nachvollzieh- und überprüfbar ist. Benutzten Sie jedoch
niemals
nur Internet-Quellen.
Wörtliche Zitate:
Zitieren Sie nur in Maßen und nur in wirklich prägnanten Fällen wörtlich.
6. Fußnoten
Wenn Sie wollen, können Sie Fußnoten
auf der gleichen Seite oder am Ende des Textes einfügen, in denen Sie
zusätzliche Erläuterungen geben. Wenn Sie die obige Form der Quellenangabe
im Text wählen, brauchen Sie jedoch keine Fußnoten zu machen.
Diese Art der Quellenangabe bzw. des Zitierens ist also ziemlich einfach
und komfortabel.
7. Literaturangaben am Ende der Arbeit
Zunächst: Sie müssen einheitliche
Literaturangaben machen. Diese müssen den Namen des/der Autors/Autorin
bzw. des/der Herausgebers/in, Titel, Verlagsort, Erscheinungsjahr und Seitenangaben
bei Aufsätzen und Buchbeiträgen enthalten. Ich empfehle die folgende
Zitierweise:
Bei Büchern:
Müller 1999b: Müller, K., Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Stuttgart 1999
Den Verlag müssen Sie nicht nennen. Wenn Sie ihn nennen wollen, dann aber bitte bei
allen Literaturangaben.
Bei Aufsätzen in Fachzeitschriften:
Meier/Schmidt 1997: Meier, F., Schmidt, H., Wechselkurstheorien, in: WSI-Mitteilungen, Heft 12, 1997, S. 17-23 (oder auch: S. 17 ff.)
Bei Buchbeiträgen in Sammelbänden:
Schmidt 1996: Schmidt, A., Der US-Arbeitsmarkt. In: Müller, U., Meier, H. (Hrsg.), Die amerikanische Volkswirtschaft im Wandel, München 1996, S. 11-34
Bei mehr als zwei Autoren können Sie sich darauf beschränken, nur den ersten zu nennen und dann "u.a." anzufügen: Schmitt, H., u.a. (Hrsg.), Titel, Ort, Jahr
Bitte führen Sie im Literaturverzeichnis nur die Literatur an, die Sie
tatsächlich auch im Text bzw. in den Tabellen/Grafiken verwendet haben - nicht das, was Sie vielleicht alles gelesen oder durchgeblättert oder irgendwo zitiert gefunden haben.
8. Anhang
Wenn Sie viel Zahlenmaterial etc. haben, fügen
Sie einen Anhang am Ende der Arbeit hinzu. Dann liest sich der Text besser.
9. Sonstige formale Hinweise
Lassen Sie einen Seitenrand, damit der Leser/die
Leserin Kommentare anbringen kann. Schreiben Sie am besten 1,5zeilig. Bitte
die Seitenzahlen nicht vergessen, was bei Hausarbeiten leider häufig
vorkommt! Bitte immer in ganzen Sätzen schreiben, die Arbeit darf nicht
überwiegend aus stichwortartigen Aufzählungen bestehen. Lesen
Sie Ihren Text am Ende noch einmal durch, und zwar nicht am Bildschirm,
sondern den Papier-Ausdruck. Flüchtigkeitsfehler machen einen sehr
schlechten Eindruck!
10. Länge
Diplomarbeiten sollten eine Länge von
mindestens 50 Seiten haben, aber nach Möglichkeit 100 Seiten nicht
überschreiten. Es kommt nicht auf die Länge, sondern auf die Qualität
an. Die Länge der Hausarbeiten wird in der Lehrveranstaltung abgesprochen.
11. Kriterien für die Qualität einer Arbeit
Wichtiger als die perfekte Form ist der Inhalt.
Eine Arbeit ist dann gut, wenn sie
- systematisch gegliedert ist
- einen klaren Gedankengang enthält
- die Aussagen gut begründet sind
- theoretische und empirische/praktische Aspekte enthält
- die relevante Literatur zum den Thema berücksichtigt wird
- unterschiedliche Auffassungen in der Literatur herausgearbeitet und gegenübergestellt werden (was bekanntlich in der
VWL ziemlich häufig vorkommt)
- eigene Gedanken enthalten sind, z.B.
... eine begründete Kritik an irgendeiner These, die Sie in der Literatur fanden,
....ein Hinweis auf eine Ihnen offen erscheinende Frage
....eigene (gefundene, erhobene) empirische Antworten auf eine bestimmte Fragestellung
12. Literatursuche
Zu vielen Themen finden Sie in der FHTW-Bibliothek
gute Literaturquellen, insbesondere auch im Zeitschriften-Lesesaal. Beachten
Sie hierbei insbesondere die folgenden, für aktuelle VWL-Fragestellungen
besonders relevanten Zeitschriften:
- DIW-Wochenbericht
- Ifo-Schnelldienst
- WSI-Mitteilungen
- Wirtschaftsdienst
- WiSt
- WISU
- Intereconomics
- Sozialer Fortschritt
- Wirtschaft im Wandel
- Economic Outlook (von der OECD herausgegeben)
- Monatsberichte der Deutschen Bundesbank
- Beschränken Sie sich sich aber nicht
auf die FHTW-Bibliothek. Vieles finden Sie in der Staatsbibliothek, in
der FU- oder TU-Bibliothek.
- Für die Literaturrecherche besonders
wichtig ist die CD ROM "WISO I und II". Darin finden Sie einen
großen Bestand an Literaturhinweisen zu themenbezogener Fachliteratur
(im unteren Lesesaal verfügbar). Im übrigen gilt: Ohne englische
Fachliteratur kommt man heute nicht mehr allzu weit.
- Ziemlich umfassende empirische Angaben zu
VWL-Themenbereichen finden Sie in den Statistischen Jahrbüchern des
Statistischen Bundesamtes, sowie in der "Statistik des Auslands", ebenfalls
vom Statistischen Bundesamt herausgegeben – alles im oberen Lesesaal.
- Journalistische Literatur (Zeitungen, Zeitschriften
etc.) zählt nicht als wissenschaftliche Fachliteratur. Bitte nur
in unvermeidlichen Fällen verwenden.
13. Sprache
Sie dürfen auch auf englisch schreiben.
14. Weitere Fragen
Fragen Sie! Zum Beispiel in der Sprechstunde oder per e-mail:
Jan.Priewe@htw-berlin.de