Neue Aufgaben für Prof. Dr. Sebastian Dullien

Herr Dullien, Sie übernehmen am 1. April die Leitung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung. Wie muss man sich Ihre neue Aufgabe vorstellen? Was haben Sie vor?

Prof. Dr. Dullien: Ich werde als Wissenschaftlicher Direktor des IMK mit etwa einem Dutzend Wissenschaftler_innen und etwa fünf Doktorand_innen an der strategischen Ausrichtung des Instituts arbeiten, neue Forschungsprojekte entwickeln und auch umsetzen. Das IMK gibt außerdem einige Publikationsreihen heraus und erstellt Konjunkturprognosen. Vertreter_innen des IMK werden überdies regelmäßig als Expert_innen zu Anhörungen eingeladen. Ich freue mich sehr auf die Aufgabe: auf die Zusammenarbeit mit exzellenten Kolleg_innen und die Möglichkeit, tiefer als bisher in die eine oder andere Materie einzusteigen. An aktuellen Themen mangelt es derzeit nicht. Ich nenne nur die Reform der Europäischen Währungsunion oder die Folgen und Gefahren von internationalen Handelskonflikten.

Wofür steht das Institut inhaltlich?

Prof. Dr. Dullien: Das IMK steht für eine theoretisch fundierte, empirische Analyse von gesamtwirtschaftlichen Phänomenen. Dabei kommen aktuelle Methoden zur Anwendung. Wichtig ist die pragmatische Herangehensweise. Man hat sich also nicht von vornherein einer Denkrichtung verschrieben.

Studierende wertschätzen Sie als Professor, zum Start des Sommersemesters bekommen Sie den Preis für gute Lehre. Werden Sie trotz Institutsleitung an der HTW Berlin lehren können?

Prof. Dr. Dullien: Ja, das werde ich. Mit der Hochschulleitung habe ich glücklicherweise eine gute Lösung gefunden. Für einen Kurs im Semester wird Zeit bleiben. Denn die Lehre macht mir Spaß und die Studierenden profitieren ja auch von meiner Praxiserfahrung. Außerdem werde ich auch weiterhin mit meinen Professorenkolleg_innen Kontakt halten.

Prof. Dr. Sebastian Dullien ist seit 2007 Professor für Allgemeine Volkswirtschaftslehre im Fachbereich Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der HTW Berlin. Bis 2007 schrieb er als Wirtschaftsjournalist für die Financial Times Deutschland, seit 2011 ist er Senior Policy Fellow beim European Council on Foreign Relations. Gemeinsam mit fünf US-amerikanischen Ökonominnen und Ökonomen brachte er 2017 das Lehrbuch „Macroeconomics in Context – A European Perspective“ heraus. Darin will er Studierenden nahebringen, wie Makroökonomie mit anderen wichtigen gesellschaftlichen Fragen verknüpft ist.

Lesen Sie dazu auch die Presseinformation der Hans-Böckler-Stiftung.